Pinselohr mit Backenbart: Der Luchs kehrt langsam nach Deutschland zurück

Nachdem der Mensch den Luchs hierzulande ausgerottet hatte, kommt die Art nun langsam wieder zurück.
Nachdem der Mensch den Luchs hierzulande ausgerottet hatte, kommt die Art nun langsam wieder zurück.
© djd/www.wwf.de/Ralph Frank

(djd). Er gehört zur Familie der Katzen, hat ein prächtiges Fellmuster und kann bis zu 1,20 Meter groß werden: der Luchs. Hierzulande einst ausgerottet, breitet sich die schlanke und hochbeinige Katze mit den charakteristischen Pinselohren allmählich wieder aus. Rund 137 Exemplare gibt es aktuell in Deutschland. Höchste Zeit also, den Luchs an "seinem" Tag etwas besser kennenzulernen.

Internationaler Luchstag am 11. Juni

Denn am 11. Juni ist Internationaler Luchstag. Seit 2018 wird er als Anlass genutzt, um Interessierten den imposanten Jäger näherzubringen. Bekannt sind Luchse natürlich besonders für ihre prächtigen Fellmuster, die so individuell sind wie der menschliche Fingerabdruck. Leider wurden sie daher auch lange wegen ihres Fells gejagt. Auffallend sind die charakteristischen Ohrenspitzen des Luchses, denen er seinen Spitznamen Pinselohr verdankt. Unverwechselbar ist auch der buschige Backenbart.

Das aktuelle Verbreitungsgebiet des Eurasischen Luchses erstreckt sich von Europa über den Balkan bis nach Asien. Nach langer Zeit ist auch Deutschland wieder Luchsland. Die Tiere, die in freier Wildbahn bis zu 17 Jahre alt werden können, leben vor allem im Harz und im Bayerischen Wald. Der World Wild Fund for Nature (WWF) begleitet zudem ein Wiederansiedlungsprojekt im Pfälzer Wald. Die Reviergröße von Luchsen beträgt 50-400 Quadratkilometer, also bis zur ungefähren Größe des Stadtstaats Bremen. An eine solche Gebietsausbreitung sind auch die Fähigkeiten des Luchses angepasst. So haben die Tiere gute Augen und können laute Geräusche noch bei 4,5 Kilometern Entfernung hören.

Schutz der heimlichen Katzen

Da Luchse keine Ländergrenzen kennen und derart große Reviere haben, ist eine internationale Zusammenarbeit beim Schutz der Tiere besonders wichtig. Daher hat der WWF gemeinsam mit anderen europäischen Partnern das Projekt 3Lynx ins Leben gerufen. Im Fokus des Projektes stehen der Austausch mit Interessengruppen, Luchsmonitoring und die Entwicklung von populationsübergreifenden Strategien. Luchse sind für Menschen ungefährlich. Sie ernähren sich hauptsächlich von Rehen und anderen kleineren Wildtieren. Gefährlich wird daher eher der Mensch dem Luchs: Durch illegale Tötung oder Verkehrsunfälle kommen viele der Tiere ums Leben.


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