Lifestyle-Accessoire und Lebenshilfe zugleich: Die spannende Geschichte der Brillengläser

1968 wurden erstmals selbsttönende Brillengläser auf den europäischen Markt gebracht. Der Effekt basiert auf der Lichtempfindlichkeit von eingearbeitetem Silberbromid.
1968 wurden erstmals selbsttönende Brillengläser auf den europäischen Markt gebracht. Der Effekt basiert auf der Lichtempfindlichkeit von eingearbeitetem Silberbromid.
© djd/Rodenstock

(djd). Deutlich mehr als 40 Millionen Bundesbürger tragen ständig oder gelegentlich eine Brille. Heute ist es selbstverständlich, dass man sich beim Optiker eine Sehhilfe anpassen lässt, wenn es zu Problemen mit der Sehkraft kommt. Seit wann aber haben Menschen versucht, ihr Augenlicht auf diese Weise zu verbessern und welche Entwicklung nahmen Brillengläser im Laufe der Zeit? Der Araber Ibn al-Haytham etwa (965 bis 1039 nach Christus) könnte als ein "Urvater" der Brille gelten. Er formulierte umfassende Überlegungen, das Auge mit einer geschliffenen, optischen Linse zu unterstützen. Und doch dauerte es viele Jahrhunderte, bis sich das Prinzip Brille als Lese- und Lebenshilfe etablieren konnte. Die Entwicklung moderner Gläser begann sogar erst Ende des 19. Jahrhunderts. Hier einige wichtige Etappen im Überblick: 

  • Brillengläser waren Ende des 19. Jahrhundert noch relativ klein. Die Ränder lagen damit eigentlich immer im Blickfeld, wo Reflexe die Sicht störten. Josef Rodenstock schliff deshalb eine Nut in den Rand der Brillengläser und färbte diese schwarz ein. So entwickelte er das Diaphragma-Brillenglas, das um 1880 zum Verkaufsschlager wurde. Das von Rodenstock 1877 gegründete gleichnamige Unternehmen feiert 2017 bereits sein 140-jähriges Bestehen. 
  • Um 1900 kursierten Medienberichte, wonach UV-Strahlen schädlich sein könnten. Nun wurden Gläser konstruiert, die diese schädlichen UV-Strahlen vom Auge abhalten, später setzte eine neuartige Zusammensetzung des Glases, das sogenannte Hygalglas, neue Maßstäbe im Lichtschutz. 
  • 1968 wurden erstmals selbsttönende Brillengläser auf den europäischen Markt gebracht. Der Effekt sogenannter phototroper Gläser basiert auf der Lichtempfindlichkeit von eingearbeitetem Silberbromid, das sich automatisch wechselnden Lichtverhältnissen anpasst. 
  • Anfang 2000 war es wieder das Münchner Unternehmen, dem mit der Einführung der Individual Lens Technology (ILT) ein Durchbruch in Sachen Gleitsichtbrille gelang. Mithilfe von Daten wie etwa der Pupillendistanz konnte die Brille erstmals komplett individuell maßgeschneidert werden.
  • Für das hundertprozentige Ausschöpfen des eigenen Sehpotentials können Gleitsichtgläser mit "DNEye" sorgen. Die intelligenten Gläser gleichen individuelle Abbildungsfehler des menschlichen Auges bei jeder Blickrichtung und in Abhängigkeit von der Pupillengröße aus.
  • Auch in den nächsten Jahren ist ein Trend zur noch individuelleren Vermessung der Augen zu erwarten - denn je genauer sie vermessen werden und je detaillierter die Daten in Brillengläser eingearbeitet werden können, desto stärker profitieren Brillenträger.

 


Das könnte Sie auch interessieren

Im ARD Vorabendprogramm wird es heute (02.03.2026) um 18 Uhr wieder richtig knifflig, wenn die beliebte Quizshow "Wer weiß denn sowas?" zum Mitraten einlädt. Moderator Kai Pflaume begrüßt in dieser Ausgabe zwei echte Legenden der Fernsehunterhaltung, die sich an der Seite der erfahrenen Teamchefs beweisen müssen. Bernhard Hoëcker und Wotan Wilke... weiterlesen

Der MDR zeigt heute (02.03.2026) um 20:15 Uhr mit dem Tatort "Schwarzer Peter" eine der intensivsten und düstersten Folgen der Saalfeld-Keppler-Ära. Es ist ein Film, der wehtut, weil er auf jegliche humoristische Entlastung verzichtet und stattdessen eine Geschichte über häusliche Gewalt erzählt, die so real wirkt, dass man sich ihr kaum entziehen kann. Alles beginnt... weiterlesen

Désirée Nosbusch übernimmt heute (02.03.2026) um 20:15 Uhr im ZDF-Thriller "In fremden Händen" eine Rolle, die ihr wie auf den Leib geschneidert scheint und das Publikum in ein hochemotionales Geflecht aus Manipulation und Machtspielen zieht. Die Produktion besetzte die Hauptfigur gezielt mit Nosbusch, um den ständigen Wechsel zwischen aufopferungsvoller... weiterlesen

Der neue Ludwigshafen-Tatort "Sashimi Spezial" schickt heute (01.03.2026) um 20:30 Uhr (Sendestart verschiebt sich wegen eines ARD Brennpunkts) in der ARD Deutschlands dienstälteste Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) in die rücksichtslose Arbeitswelt der Fahrradkuriere. Alles beginnt mit einer tragischen Fehlentscheidung im Polizeipräsidium: Der junge... weiterlesen

Sonntagabend ist Herzkino-Zeit im ZDF. Mit der neuen "Frühling"-Folge "Vergiss mein nicht" entführt der Sender heute (01.03.2026) um 20:15 Uhr die Zuschauer in ein hochemotionales Labyrinth aus verlorenen Jahren und unterdrückten Wahrheiten. Im Zentrum des Geschehens steht Friedel Gottwald (Sönke Möhring), der nach einem schweren Mountainbike-Sturz in einer... weiterlesen